Arbeitskreis Kindergarten Grundschule

Es bestehen seit Jahren gute Kontakte und eine regelmäßige Zusammenarbeit der umliegenden Kindertagesstätten und der verschiedenen Grundschulen. In Einzelgesprächen wurde immer deutlich, dass bei allen ein Gesprächsbedarf besteht und ein regelmäßiger Informationsaustausch wünschenswert ist. Deshalb lud die Bergwinkel-Grundschule am 20.06.2000 die Kindergärten Herolz, Hutten, Niederzell und die Schlüchterner Kindergärten: Kindervilla Kunterbunt, Evangelischer Kindergarten Mauerwiese, Sandgarten, Weitzelstraße, den Integrativen Kindergarten und die Kinderburg Wiesenzauber, die Grundschulen Elm, Herolz und Vollmerz ein.

Bei diesem ersten Treffen wurde schnell deutlich, dass beide Professionen den Auftrag der bestmöglichen Förderung der Kinder und der Wahrnehmung des Erziehungs- und Bildungsauftrages haben. Dabei stoßen wir auf ähnliche Grenzen und Probleme und machen ähnliche Beobachtungen:
Ausdauer- und Konzentrationsdefizite, Sprachdefizite bei deutschen und ausländischen Kindern, Verhaltensauffälligkeiten im Sozialverhalten, Haltungs- und Essstörungen.
Diese Phänomene sind als die so genannte „veränderte Kindheit“ bekannt, die unter anderem durch veränderte Familienstrukturen, durch großen Medien- und Fernsehkonsum, fehlende Bewegung und falsche Ernährung begründet wird.

Der Arbeitskreis Kindergarten-Grundschule wurde gegründet.
In den Sitzungen informieren die abgebenden Einrichtungen die aufnehmenden Einrichtungen über besondere Beobachtungen und evtl. Probleme einzelner Kinder.
Die betreffenden Eltern werden vor Gesprächen informiert und zu dem Gespräch eingeladen.
Außerdem stellen sich die Institutionen einander vor, lernen ihre Arbeitsweisen, den Tagesablauf, Lern- und Erziehungsziele kennen.
Jedes Arbeitstreffen findet in einer andern Institution statt.

Unser Thema des Schuljahres 2000/01 war: Sprachfähigkeit und Sprechfertigkeit ausländischer Kinder. Es wurde ein Brief an ausländische Eltern (deutsch – türkisch) erstellt, der von verschiedenen Stellen in Schlüchtern verteilt werden soll: in den Kindergärten, in den Grundschulen, beim Einwohnermeldeamt.
Der Bürgermeister Herr Fritsch wurde um Unterstützung gebeten, zusätzliches Personal für Sprecherziehung in den Kindergärten bereitzustellen. Die ausländischen Kinder der Kindergärten mit hohem Anteil ausländischer Kinder brauchen zusätzlichen Deutschunterricht, so dass diese Kinder nach der Einschulung dem Unterricht folgen können. Durch Vorlaufkurse in den Kindertagesstätten und Intensivklassen in der Grundschule können die Kinder besser gefördert werden.
Ein anderes Anliegen ist türkisch sprechendes Personal im Kindergarten hinzuziehen zu können, um Verständigungsschwierigkeiten zu überwinden.
Außerdem sollten die Kinder von Hof Reith unbedingt einen Kindergartenplatz bekommen.
Bei der Schulanmeldung wird jährlich deutlich, dass es auch sehr viele Eltern mit nur geringen Deutschkenntnissen gibt. Viele Kinder sprechen nur auf Grund ihres Kindergartenbesuchs Deutsch und wirken für ihre Eltern als Dolmetscher. Wie sollen Eltern, die die deutsche Sprache nicht beherrschen, ihre Kinder schulisch unterstützen?
Es müssen vermehrt Deutschkurse für Eltern von Kindergarten- und Schulkindern angeboten werden.
Der Arbeitskreis bereitete einen gemeinsamen Elternabend für ausländische Eltern mit Kindern in Kindergarten und Grundschule vor und hielt ihn in der Bergwinkel-GS ab. Das Thema des Abends war: „Wie wichtig ist die deutsche Sprache für gute Leistungen in der Schule“. Es wurde auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Sprachkompetenz der Eltern und Schüler zu verbessern und Möglichkeiten dazu aufgezeigt.
Dieser Elternabend war sehr gut besucht und zeigte, dass den ausländischen Mitbürgern das Problem bewusst ist. Alle zwei Jahre wird dieser Elternabend durchgeführt.
Der türkische Verein erklärte sich bereit, in seinen Räumen eine Hausaufgabenbetreuung einzurichten.

Thema des Schuljahres 2001/02: Die veränderte Kindheit

Von der Arbeitsgruppe wurde ein Poster erstellt, das die Erwartungen der Kindergärten und Grundschulen an „unsere Eltern“ und deren Aufgaben thematisiert:
Kind

  • Bedürfnis
  • Schulreife/ Schulfähigkeit
  • Wie soll das Kind sein?

Eltern

  • Unterstützung und Hilfe
  • Möglichkeiten
  • Was müssen Eltern dafür tun, dass ihr Kind eine Chance hat, sich so zu entwickeln?

Das Poster wurde in allen Institutionen und auch städtischen Einrichtungen aufgehängt und ein Artikel erschien kommentierend in den Kinzigtal Nachrichten, so dass das Thema aktuell von Betroffenen wahrgenommen und thematisiert wurde.

2002/03 wurde das Einschulungsverfahren verändert. Seit dem 1. November 2002 werden Vorlaufkurse angeboten. Der Arbeitskreis tagt regelmäßig zweimal im Jahr:
Teilnehmer: Vertreter der Kindergärten, Vorklassenleiterin, Leiterinnen der Vorlaufkurse, Erstklasslehrerinnen, interessierte Lehrerinnen und Lehrer, Schulleitung

In einigen Kindergärten wird das Würzburger Programm: Hören, lauschen, lernen durchgeführt.
2008/09 gemeinsame Fortbildung zum Modul Vernetzung und Kooperation mit unterschiedlichen Lernorten (BEP)
Alle Kindergärten schaffen die Schrödel Startbox, Diagnostik zur Lernausgangslage an und geben Rückmeldebogen vor Einschulung an GS.
Gemeinsame Veranstaltungen: Generalprobe, Waldwochen, gemeinsames Lied, Nikolaustag: Theater Frau Heinz, Kinder lesen in Kiga vor

2009/10: Fobi – 4 Module: Stärkung kindl. Kompetenzen, Resilienz, Musik und Tanz, darstellende Kunst
2010/2011: Gemeinsame Fortbildungen: Musik und Beobachtung, Dokumentation und Evaluation von Bildungsprozessen

2009/10 neuer Zeitplan zur Einschulung:
Frühjahr vor Osterferien:
a) Schulanmeldung /
a. mit Sprachstandserhebung (für Vorlaufkurse) und
b. Vorstellung bei SH-Beratung (bei Bedarf)

Frühjahr nach Osterferien:
a) Feintestungen zur Entscheidung Einschulung oder Zurückstellung
b) Feintestungen zur Entscheidung Kannkinder einschulen oder nicht
c) Arbeitskreis Kindergarten- Grundschule
d) Elternberatung

Herbst
a) Elterninformationsabend
b) Schnuppertage
c) Kennenlerntage
d) Arbeitskreis Kiga-GS

e) Bei Bedarf Elternberatung mit Information zu Fördermöglichkeiten

Die Kooperation zwischen Kindertagesstätten und Grundschule hat sich über viele Jahre zum Wohle der einzelnen Kinder als wirksam gezeigt.

Fortbildungsaspekte für Erzieherinnen, Lehrkräfte und Sozialpädagogen:

  • Kennenlernen der Arbeitsweise, Räume, Möglichkeiten in der Kindertagesstätte
  • Kennenlernen der Arbeitsweise, Räume, Möglichkeiten in der Schule
  • Beratung zu Einschulung und individueller Förderung